• andre4700

André - unser Problemlöser

Aktualisiert: 3. Nov 2019

„Probleme sind da, um gelöst zu werden. Manchmal musst Du einfach die Perspektive wechseln, wie bei einem Berg, der ist auch nicht von jeder Seite zu erklimmen und manchmal musst Du einfach nur stillsitzen, die Augen schließen und Deine Gedanken ändern und wenn Du die Augen öffnest, sind die Berge verschwunden.“



Anderen gefallen zu wollen war lange Zeit sehr wichtig für mich. Ich wollte es Jedem beweisen, Jedem recht machen. Bei mir konnte es nie genug Action sein, mein Tag hätte 48 Stunden haben müssen. Samstag, Sonntag, über Ostern und Weihnachten, ich habe freiwillig gearbeitet wie ein Verrückter. Ich wollte mich zeigen und beruflich weiterkommen. Auch privat habe ich keinen Gefallen ausgeschlagen, ich war immer da, für meine Freunde, meine Familie, meine Freundin. Nein sagen, das gab es für mich nicht. Das ist mittlerweile anders. 


Vor sechs Jahren nach einer ganz normalen Laufeinheit entlang des alten Main Donau Kanals war etwas ungewöhnlich. Beim Abtrocknen nach der Dusche bemerkte ich, dass sich mein Oberkörper seltsam taub anfühlte. Nur auf der rechten Seite. Vielleicht etwas eingeklemmt, dachte ich und schenkte dem Ganzen keine weitere Beachtung. Bis nach einer Woche plötzlich auch mein rechtes Bein taub wurde. Jetzt war ich beunruhigt und machte einen Termin beim Arzt. Dann ging alles sehr schnell. Untersuchungen beim Neurologen, MRT von Schädel und Halswirbelsäule und dann kurze Zeit später die Diagnose: Multiple Sklerose. Nicht heilbar. So ganz begriffen habe ich es erst, als ich die Treppe der Arztpraxis hinunter ging. Tränen liefen über mein Gesicht. 


Nach dem ersten Schock, informierte ich mich, nicht wie vorher bei Dr. Google, sondern las jede Broschüre über MS, die ich in die Finger bekam. Das beruhigte mich etwas. Die Krankheit, bei der das Immunsystem gesunde Nervenzellen angreift, wird schon lange erforscht. Es gibt zahlreiche Therapien und Medikamente, die versuchen dieses fehlgeleitete System im Zaum zu halten. Der Neurologe verwies mich direkt ins Krankenhaus. Kortison sollte ich dort bekommen, hoch dosiert, damit die akute Entzündung in der Halswirbelsäule zurück geht. Was eine Lumbalpunktion ist, habe ich dort auch schmerzlich erfahren. Eine acht Zentimeter lange Spritze, direkt ins Rückenmark, um das Nervenwasser zu untersuchen. Nicht einmal die fürsorgliche Umarmung der Ärztin konnte da helfen. Nach fünf Tagen Krankenhausaufenthalt war ich mit den Nerven am Ende, aber das Gefühl im Oberkörper wieder da. Die Kortisontherapie wurde ambulant fortgesetzt, das Gefühl im Bein kam zurück. Drei Finger sind taub geblieben, bis heute. 


Diese Erfahrung hat mich geprägt. Ich machte mir Gedanken über die Zukunft. Was konnte ich anders machen, um mein Leben aus dieser Sackgasse zu manövrieren? Mein falscher Ehrgeiz und der Stress hatten mich hierher gebracht, so viel war sicher. Und dennoch ist es nicht leicht, sein Leben, seine Gewohnheiten von jetzt auf gleich zu verändern. Es ist ein schleichender Prozess, der bis heute andauert. Ich denke heute mehr an mich, mache Dinge, die mir gut tun. Ich weiß, dass ich es sowieso nicht Jedem recht machen kann und ich versuche es auch nicht mehr.


Heute sage ich „Ja“ zu mir selbst, nehme mir bewusst Auszeiten und genieße das Leben. Und so kann ich auch viel besser für andere da sein. Mit Menschen, die mir wichtig sind, bewusst Zeit verbringen, ohne Stress und falsche Erwartungen. Diese Erfahrung möchte ich auch an euch weitergeben, denn viele von uns laufen Gefahr sich selbst aufzugeben für andere, laufen falschen Idealen hinterher und riskieren dafür ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit. Mit meiner Vision möchte ich euch inspirieren, euch wieder mehr um euch selbst und euer Wohlbefinden zu kümmern.


Euer André

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